Hochtemperatur-Etiketten aus Polyimid-Folien

Markierungen und Kennzeichnungen in extremer Umgebung

Kein Unternehmen der Industrie kommt heute mehr ohne Chargenkennzeichnungen aus. Prozessparameter, Rohstoffe, Kunden und Prüfungen sind fest verknüpft mit dem produzierten Produkt. Dazu braucht es eine Kennzeichnung, die zuverlässig diese Daten durch den gesamten Fertigungsprozess trägt.

Heute werden in vielen Fällen thermotransfer-bedruckte Etiketten verwendet, da sich diese Technik seit Jahren etabliert hat. Mit guten Druckern und entsprechendem Etikettenmaterial sind 1.200 dpi Auflösung kein Problem mehr. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für den Druck von hochauflösenden Barcodes (1d und 2d Barcodes).

Doch manche Einsatzzwecke erfordern mehr als gute Auflösung und ein Papieretikett. Zwei extreme Beispiele dafür sind die Herstellung von Metallprodukten und die Elektronik.

Walzstahl, Drahtcoils und Aluminiumfolien werden in einem heißen Umformprozess hergestellt. Die Restwärme nach Fertigstellung kann durchaus mehrere Hundert Grad betragen. Dennoch müssen die Fertigungslose zügig und eindeutig gekennzeichnet werden. Nur wenige thermotransfer bedruckbare Etikettenmaterialien halten diese harschen Bedingungen aus.
Als ideal hat sich eine robuste Polyimid-Folie (z.B. Kapton® HN, weiß beschichtet, 125µm) herausgestellt, die mit einem bedruckbaren, weißen Top-Coating versehen ist. Die Folie ist kurzfristig bis über 400°C belastbar und verzieht sich dabei nur minimal (geringer Restschrumpf). Der Klarschrift-Aufdruck und ein Barcode bleiben auch für den elektronischen Scanner lesbar. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, entsprechend spezifizierte RFID-Tags zwischen zwei Lagen solcher Hochtemperaturetiketten einzulaminieren.

Eine zweite Anwendung betrifft die Elektronik-Industrie. Mehr als in vielen anderen Branchen ist Rückverfolgbarkeit ein unverzichtbares Muß in der Fertigung. Daher erhält jede unbestückte Platine sehr frühzeitig ein dünnes Barcodelabel (z.B. Kapton® HN, weiß beschichtet, 25µm oder 50µm), das die Platine durch den ganzen Herstellprozess begleitet.
Da selten viel Platz auf den Platinen vorhanden ist, werden besonders kleine Etiketten benötigt. Um dennoch ausreichend Informationen hinterlegen zu können, wird eine extrem kleine Schriftgröße gewählt. Eine Herausforderung an den Thermotransferdrucker, aber auch an das Basismaterial.

Eine weitere wichtige Eigenschaft wird gefordert, wenn nach der Bestückung die Platine durch das 260°C heiße Lötbad gleiten muß. Dieser Temperaturbelastung müssen Trägermaterial und Kleber standhalten. Insbesondere darf das Etikett nicht zusammenschrumpfen, knittern oder sich gar lösen. Nur so ist sichergestellt, dass ein Scanner auch nach dem Reflowlöten den Barcode fehlerfrei lesen kann.

Für beide Anwendungen bietet die CMC Klebetechnik, Frankenthal Lösungen an. Sie basieren auf einer hochtemperaturstabilen Polyimid-Folie und einem weißen Top-Coating für hochauflösende Barcodes. Die Produkte werden wahlweise als Rollenware oder als kundenspezifisch gestanzte Teile geliefert. Feststehende Texte können bereits fest mit eingedruckt werden. Die Beschichtung der Hochtemperatur-Etiketten ist speziell für den Thermotransferdruck geeignet (Harz-Basis).