Kriechstromfestigkeit von z.B. PEI, PES, PPS, PI, PEEK, PC, PET, PEN...

Wie viele andere Hochleistungsfolien auch hat Polyimid als Werkstoff eine Schwäche in Bezug auf die Ausbildung von elektrisch leitfähigen Pfaden auf der Oberfläche.

Eine wichtige Kennzahl zur Bestimmung der Eignung eines Werkstoffes als Isolierstoff ist die Kriechstromfestigkeit (cti). Sie beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffes gegenüber Kriechstrombildung an der Oberfläche.
Insbesondere Kunststoffe, die durch Polykondensation hergestellt werden (z.B. Polyimide und Poly-ether-ether-ketone) sind anfällig für die Ausbildung von leitfähigen Pfaden, wenn Feuchitgkeit im Spiel ist (Hydrolyse des Kunststoffes).

Der CTI-Wert gibt die höchste Prüfspannung in Volt an, die nach Auftropfen einer Prüflösung ohne die Bildung eines Kriechstromes erreicht werden kann (Ausfallkriterium >0,5 A Stromfluss). Das Auftropfen der Prüflösung simuliert eine Verunreinigung. Getestet wird in Schritten von 25 V, maximal bis 600. Der CTI-Wert wird in der UL 746-reihe in 5 Stufen angegeben (0-4).

Zu beachten ist, dass die Kriechstromfestigkeit durch Werkstoffzusätze, insbesondere Farbpigmente, beeinflusst wird. Dunkle Farben führen im allgemeinen zu einer Verschlechterung, helle Farben zu einer Verbesserung.

CTI = Kriechstromfestigkeit
0= >600V (nur CMC 278xx, Formex)
1= >400V-600V (z.B. Polyesterfolie wie Hostaphan oder Mylar, Teonex, Kapton FN, PA, PP, PE)
2= >250V-400V
3= >175V-250V (z.B. Nomex, PC)
4= >100V-175V (z.B. Aptiv (PEEK), Kapton (PI), PPS, PES, PEI)

Relevante Normen sind zum Beispiel IEC 60587 und IEC 60112

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Strecke zwischen zwei Leiterbahnen = Kriechwegstrecke